Body Talk Feminismus

SEX SELLS

Das Sexualisieren von Weiblichkeit. Nur ein Ausdruck Feministischer Sichtweisen oder eine Tatsache der heutigen Gesellschaft?

Wenn man sich mit dem Feminismus beschäftigt, kommt man an diesem Thema nicht vorbei. Und auch generell begegnen wir diesem Thema jeden Tag. Vielleicht sogar bereits ohne es wirklich wahr zu nehmen. Denn sind wir mal ehrlich. Es sind noch immer 95% Frauen und nicht Männer, die in sexy Outfits mit makellosen Körpern und langen, seidig glänzenden Haaren von allen möglichen Medien auf uns hinab sehen. Ob nun von Werbebannern auf der Straße, Zeitschriften im Kiosk nebenan, oder beim Checken unseres Instagram oder Facebook Accounts.

Doch die Meinungen zu diesem Thema sind geteilt. Allen voran wenn man den Feministischen Aspekt dahinter betrachtet. Denn einerseits denken viele Frauen (und auch Männer), dass diese neue Freizügigkeit der Frauen ein Fortschritt in Bezug auf die weibliche Selbstbestimmung sei. Andererseits wird die Meinung vertreten, dieser „Fortschritt“ sei eher ein großer Rückschlag für die Frauenbewegung.

Was denn nun? Fortschritt oder Rückschlag?

1. Fortschritt?
Zunächst einmal ist es mit Sicherheit ein gewaltiger Fortschritt, dass Frauen sich nicht mehr verhüllen und verstecken müssen. Und auch die neue Offenheit in Bezug auf ihre Sexualität, ist ein großer Sprung zur Selbstbestimmung. Jeder Frau auf diesem Planeten sollte es frei stehen, selbstständig darüber entscheiden zu können, was sie trägt, wie sie es trägt und wo sie es trägt. Und zwar ohne mit sexueller Belästigung rechnen zu müssen. Denn im Endeffekt ist es jeder Frau selbst überlassen, was sie mit ihrem Leben und ihrem Körper macht.

2. Rückschlag?
Obwohl viele Frauen betonen, dass sie sich freiwillig für die Männer Magazine ausziehen, freiwillig Berufen, wie Stripperin oder Escort Dame nachgehen und sich aus Stolz auf ihr Aussehen, sexy präsentieren, bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Warum? Weil Millionen junger Mädchen heutzutage lieber schön sein wollen, als klug, charismatisch oder einzigartig. Durch Frauen, die freiwillig und eigenverantwortlich ihren Körper als Lustobjekt für die Männerwelt verkaufen, sinkt auch das generelle Ansehen der Frau heutzutage. Die Einstellung, dass Erfolg und Ruhm nur durch ein sexy Erscheinungsbild zu erreichen sind, verleitet viele junge Mädchen auf diesen Zug aufzuspringen. Für die vermeintliche Anerkennung magern sie sich ab, legen sich unters Messer, und verschwenden kostbare Zeit, nur um „schöner“ zu werden.

 

Ein heikles Thema. Es ist schwierig sich komplett auf eine bestimmte Seite zu stellen. Und auch ich tue mich sehr schwer damit, richtig von falsch zu unterscheiden, wenn es um dieses Thema geht. Denn einerseits finde ich es wichtig, dass Frauen sich anziehen sollten, wie sie möchten. Und zwar ohne direkt in Schubladen gesteckt zu werden. Sehr fragwürdig finde ich auch, dass einige Männer ihren Partnerinnen noch immer vorschreiben, was sie anzuziehen, bzw. nicht anzuziehen haben. Klar, ist es so, dass eine freizügig angezogene Frau häufiger angebaggert wird. Dennoch ist es eine Art der Machtausübung gegenüber seiner Partnerin ihr Vorschriften zu machen. Eher sollten wir daran arbeiten genau das Gegenteil anzustreben. Und zwar, dass Frauen nicht vermehrt angemacht werden, nur weil sie freizügig angezogen sind. Kein Mann der Welt hat das Recht Rückschlüsse daraus zu ziehen, wie eine Frau gekleidet ist oder sogar eine sexuelle Belästigung damit zu rechtfertigen. Diese Einstellung in unseren Köpfen muss weichen, damit wir eine komplette Selbstbestimmung über unseren Körper erreichen können.

 

„Sex Sells“ – Dass die Medien einen gravierenden Teil dazu beigetragen haben, dass unsere heutige Gesellschaft Sexualität oft nicht real wahrnimmt, ist wohl unumstritten. Und auch die Stellung der Frau als Sexobjekt, ist wohl größtenteils den Medien zuzuschreiben. Tatsächlich waren es aber auch wir Frauen, die meist freiwillig mit gemacht haben. Sexy und schön sein, sogar zu unserem Statussymbol gemacht haben. Ich selbst kann sagen, dass schwachsinnige Fotos mit ausgestrecktem Po, eingezogenem Bauch und Kussmund mir mehr Likes eingebracht haben, als beispielsweise ein Foto auf dem ich ungeschminkt auf der Couch mit meinem Bully im Arm sitze. Und da frage ich mich wirklich, muss das denn sein? Sind wir alle mittlerweile so oberflächlich und Like Geil geworden?

Wir Frauen reduzieren uns mittlerweile bewusst selbst auf unser Äußeres.

 

Wenn ich mir im Kindergeschäft die Puppen für kleine Mädchen ansehe, wird mir übel. Perfekte Körper, übertriebenes Make-up auf den immer vollen Lippen, großen Augen und schmalen Nasen, und gekleidet wie eine Stripperin. Das Motto „Sex Sells“ ist mittlerweile im Vorschulalter angekommen. Dafür habe tatsächlich selbst ich keine Worte mehr übrig.

Es ist natürlich jeder Frau selbst überlassen, wie sie ihr Leben führt. Allerdings sollte man wenigstens ab und an mal sein Gehirn einschalten. Allen voran wenn es um unsere Kinder geht. Kleine Mädchen als lebenden Barbie Puppen zu verkleiden und ihnen damit den Weg ebnen später eine oberflächliche und selbstzerstörende Frau zu werden, halte ich für etwas grenzwürdig.

Körperliche Selbstbestimmung ohne das erstrebenswerte Ziel ein Sexobjekt zu sein. So sieht für mich persönlich das perfekte Verhältnis von richtig und falsch aus.

 

 

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