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NEIN SAGEN

Heute geht’s darum, warum einfach mal „Nein“ sagen so wichtig ist für unser inneres Wohlbefinden.

Und es könnte nicht besser passen…Ein Blog über das Thema Nein-Sagen verfasst von DER Ja-Sagerin schlechthin 🙂
Das ist eine Tatsache, die ich mir persönlich nur sehr ungerne eingestehe, aber es ist die Wahrheit. Seit ich mich kenne, fällt es mir sehr schwer anderen Menschen etwas abzulehnen. Auch wenn ich gar keine Lust darauf habe, mache ich es meist trotzdem. Mit einem halbherzigen Lächeln auf den Lippen. In der Hoffnung, das Richtige zu tun und meinen Gegenüber glücklich zu stimmen.

Meistens klappt es auch. Irgendjemand hat bekommen, was er wollte. Vielleicht hat er es von mir auch gar nicht anders erwartet. Und ich bin eine kurze Zeit lang glücklich, weil ich mal wieder alle Erwartungen erfüllt habe.

Nur dieses Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, hält nicht lange an. Denn meist habe ich dann doch etwas vernachlässigt. Nämlich mich selbst. Meine Bedürfnisse, meine Vorhaben, meine Zeit, die ich „mal wieder“ dafür geopfert habe, es jemand anderem recht zu machen.

Tatsächlich musste ich nicht selten feststellen, dass mein Verhalten von einigen Menschen noch nicht einmal mehr Wert geschätzt wurde. Und ich rede nicht von einem „Dankeschön“. Ich spreche davon, dass es irgendwann gang und gebe war, alle ungeliebten Aufgaben an mich zu verfrachten. An eine Art „Mädchen für Alles“. Und um ehrlich zu sein, kann ich dieses Verhalten sogar voll und ganz nachvollziehen. Denn wieso nicht, wenn die Alte es freiwillig macht?

Irgendwann fing es an mich zu belasten, dass ich zusätzlich zu meinem eigenen Ballast, noch den Ballast von anderen Menschen tragen musste. Stundenlang habe ich mir das Leid anderer Menschen angehört. All die negative Energie ist dann auf mich übergegangen. Und ich bin mir sicher, dass diese Menschen sich im Nachhinein besser gefühlt haben. Natürlich, denn schlechte Energie lässt sich tatsächlich ganz einfach auf andere übertragen.

Es stellte sich mir die Frage, wieso kann ich nicht einfach „Nein“ sagen?

Nein sagen, zu Aufgaben, welche ich nicht machen möchte. Nein sagen, zu Gesprächen, auf die ich keine Lust habe. Nein sagen, zu Verabredungen mit Menschen, die mir nicht gut tun?

Wieso sind diese vier Buchstaben so schwer für mich auszusprechen?

Ja, schon klar. Ich bin ein zuverlässiger Mensch. Ich möchte stets ein guter Freund sein. Ein Ansprechpartner. Aber möchte ich denn wirklich der Kummerkasten sein? Der selbst nie danach gefragt wird, wie es ihm geht? Ganz klar – NEIN! Denn nach Jahren des permanenten Einlenkens und Ja-sagens ist der Bogen irgendwann überspannt. Bei den einen tritt dieser Zustand früher ein, bei den anderen später, bei wieder anderen leider nie. Aber eins kann ich ganz klar sagen, man muss für sich selbst einen Schlussstrich ziehen.

Warum ist Nein sagen so schwer?

1. Angst davor seinen Gegenüber zu enttäuschen.
Nicht umsonst meine Nummer eins in dieser Liste. Denn ich male mir innerlich stets aus, wie sich der andere fühlt, wenn ich ihm absage. Ist er dann enttäuscht von mir?

2. Schlechtes Gewissen
Aus Punkt eins folgt stets Punkt zwei. Das schlechte Gewissen. Welches bei mir persönlich so stark ausgeprägt ist, dass ich in der Nacht nicht einschlafen kann, weil es mich so belastet.

3. Zuverlässigkeit
Mir selbst ist diese Eigenschaft sehr wichtig. Ich erwarte von den Personen in meinem näheren Umfeld, dass sie zuverlässig sind. Merke ich, dass ich mich auf eine Person nicht verlassen kann. Weil sie mich bereits öfter versetzt hat, oder sie nie Zeit für mich hat, versuche ich den Kontakt zu dieser Person langsam aber sicher zu reduzieren. Genau aus diesem Grund versuche ich selbst, stets „Über“ Zuverlässig zu sein. Und genau das verleitet mich öfter dazu, Dinge zu tun, welche ich eigentlich gar nicht möchte.

Grob zusammengefasst kann ich sagen, dass die eben aufgezählten Gründe, warum es mir schwer fällt „Nein“ zu sagen, meist in Kombination miteinander einhergehen. Weshalb ich schnell das Gefühl bekomme, dass es mir besser gehen wird, wenn ich einfach einlenke und Ja sage, anstatt mich mit meinen negativen Gefühlen auseinander setzen zu müssen, wenn ich es nicht tue.

Trotz allem bleibt am Ende meines Tages als Ja-Sagerin ein ungutes Gefühl. Ein Gefühl mal wieder versagt zu haben. Und das obwohl ich wieder allen alles recht machen wollte.

Dazu kommt, dass ich viele Menschen kennen gelernt habe, denen es scheinbar egal ist, was es bei anderen Personen auslöst, wenn sie absagen. Und eine große Anzahl dieser „Nein-Sager“ erschienen mir sehr glücklich mit dieser Einstellung.

Bis hierher und nicht weiter!

Es ist Zeit etwas zu ändern. Denn im Endeffekt leben wir alle unser eigenes Leben. Es ist schön und gut ein zuverlässiger Freund zu sein. Aber nur bis zu dem Punkt, an dem wir für unsere Güte nicht ausgenutzt werden.

Aber was tun?

1. Freimachen
Zunächst einmal muss ich mich frei machen von dem Gefühl es allen recht machen zu müssen. Denn ich werde es niemals jedem zu 100% recht machen können. Im Endeffekt bin ich aber immer die Ge****te, weil ich mich darauf eingelassen habe, es zu versuchen. Zusätzlich ist es mein Gewissen, das darunter leiden muss.

2. Lösen
Im nächsten Schritt muss ich mir klar machen, dass es kein Weltuntergang ist, wenn ich einfach mal keine Lust habe etwas für jemand anderen zu tun. Denn ich schulde niemanden etwas, außer mir selbst. Dadurch bin ich weder ein schlechter Mensch, noch nimmt man es mir übel. Und wenn doch, dann weiß ich, dass diese Person mich mittlerweile einfach als selbstverständlich ansieht. Und genau das bin ich nicht, und will ich auch nicht mehr sein.

3. Loslassen
Und last but not least, sollte ich mich von Menschen lösen, die mir nicht gut tun. Die in mir eine Ablage für ihre negativen Gefühle sehen. Oder die mich in der Tat nur ausnutzen.

Dass diese Umstellung für eine permanente Ja-Sagerin, wie mich, nicht einfach ist, brauche ich an dieser Stelle nicht erwähnen. Dennoch möchte ich versuchen meine eigenen Ratschläge in der Zukunft umzusetzen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir eure persönlichen Erfahrungen zu diesem Thema schreiben würdet. Gerne per Email an matroschka-blog@web.de

Ich wünsche euch, und auch mir, viel Erfolg bei der Umsetzung, und werde meine Erfahrungen in einiger Zeit gerne mit euch teilen.

 

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