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MAMA SEIN IST HART

… auch wenn uns Medien und Übermuttis etwas anderes erzählen 😉

Wie hart es ist, erlebe ich aktuell selbst. Denn seit Anfang diesen Jahres bin ich wieder Mama geworden. Wenn ihr mir bei Instagram (tin_a89) folgt, wisst ihr es bestimmt auch schon. Und der Kleine stellt mich wirklich auf die Probe… Ob es nun daran liegt, dass ich vergessen habe, welche Herausforderung es ist, sich um ein Baby zu kümmern, oder ob unser Kleiner ein besonders quengeliges Exemplar ist, sei mal dahin gestellt… 😀 Und ich weiß wovon ich rede. Denn erst letztes Jahr habe ich meine Bachelor Thesis geschrieben, gearbeitet, und trotzallem noch Zeit für meinen Blog gehabt. Und jetzt habe ich gefühlt für gar nichts mehr genug Zeit.

Die letzten zwei Monate waren aber nicht nur anstrengend, sondern auch sehr interessant. Denn ich bin wieder auf viele Vorurteile gestoßen, musste mir so einige „gut gemeinte Ratschläge anhören, und wurde von Leuten kritisiert und belehrt, mit denen ich noch nicht einmal großartig etwas zu tun habe. Kurz gesagt, ich bin genervt. Und zwar nicht von meinem Kind, sondern von meiner Umwelt. Und deshalb möchte ich heute ein paar meiner Erfahrungen der letzten Zeit mit euch teilen, und auch einfach mal ein bisschen Dampf ablassen 😉

Ein kurzer Blick in meine Vergangenheit…

Meinen ersten Sohn habe ich mit 21 bekommen. Sprich, ich war noch sehr jung und wurde quasi ins kalte Wasser geschmissen. Dementsprechend habe ich diese, für mich neue Situation, mit ganz anderen Augen gesehen als ich das heute tue. Zumal ich damals ja noch eine etwas andere Meinung zum Thema Feminismus und Co hatte… Nämlich gar keine…

Ich habe zu jedem Ratschlag, Vorteil oder Vorwurf in etwa so reagiert „Mit dem Kopf nicken, lächeln und winken“ Ich habe teilweise sogar versucht es umzusetzen. Das Ende vom Lied war aber, dass ich mich gestresst habe ohne Ende und das Gefühl hatte, als Mutter zu versagen.

Heute mache ich es anders…

…habe ich hochschwanger im Dezember letzen Jahres ganz stolz gesagt.

Und als das Baby dann da war, bin ich trotzdem wieder in alte Muster verfallen. Ich habe mich wieder, ohne mit der Wimper zu zucken, stressen lassen. Habe bei jeder Kleinigkeit Google um Rat gefragt, und mir die Übermuttis im TV und auf Instagram angeschaut, die nach zwei Monaten wieder top in Schuss waren.

Das Ganze hat mich natürlich…wie soll es auch anders sein…noch mehr deprimiert, als die schlaflosen Nächte mit dem Kleinen.

Und es hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie leichtfertig in unserer Gesellschaft mit dem Thema „Mutter sein“ umgegangen wird.

Puh hab ich gedacht, als ich schwanger wurde… Das mach ich doch mit Links… Heidi Klum hat vier Kinder, ist zudem noch alleinerziehend, arbeitet und sieht auch noch perfekt dabei aus. Also werde ich ja wohl mit zwei Kindern klar kommen! Immerhin hab ich es geschafft mit einem Kind, Hund, Mann noch arbeiten zu gehen und ein Studium zu absolvieren. Da kann ein zweites Kind doch nicht so anstrengend sein.

DOCH KANN … UND IST ES AUCH… habe ich dann relativ schnell gemerkt 😀

Und der Druck, die perfekte Mutter zu sein ist enorm. Jetzt mit 28 Jahren sogar noch größer als damals mit 21 (da hatte ich wohl noch Welpen Schutz). Um es mal klar auf den Punkt zu bringen, habe ich einige dieser unnötigen Erwartungen und Themen für euch zusammen gefasst:

1. Gepflegt aussehen…
„Schrecklich.. diese Frauen, die sich gehen lassen, sobald sie verheiratet sind und Kinder kriegen… Kein Wunder, dass ihre Männer sie für eine Jüngere verlassen.“ Hört man oft. Und leider nicht nur im TV, sondern auch gerne mal hinter dem eigenen Rücken. Meist von Frauen … die KEINE Kinder, oder einen Personaltrainer haben… Findet den Fehler. Und viele lassen sich dadurch tatsächlich beirren und fühlen sich nicht mehr attraktiv oder als vollwertige Frau. Dabei sind sie genau das. Weil sie sich Tag und Nacht, 24/7 liebevoll um einen kleinen Menschen kümmern. Deshalb ist es voll und ganz in Ordnung, wenn Frau nicht top gestylt ihre anderen Kinder in die Kita bringt. Am Anfang kam ich teilweise noch nicht einmal dazu jeden Tag zu duschen. Na und, who cares?

2. Schnell wieder fit sein…
Auch ein Thema, welches an keiner werdenden Mutter vorbei geht. Schon in der Schwangerschaft hört man von überall, dass man nicht viel Zeit verlieren darf, wieder schlank und schön zu werden. Zugegeben, ich habe das große Glück, dass ich recht gute Gene habe und nicht viel zugenommen habe. Obwohl ich gegessen habe wie ein Walross. Aber dieses Glück haben die meisten Frauen nicht. Deshalb sollten wir aufhören uns mit anderen Frauen zu vergleichen. Denn an erster Stelle sollte nun das kleine Würmchen stehen und keine 0-8-15 Diäten aus der Brigitte. Zudem hat man in den meisten Fällen sowieso keine Zeit sich um solche Dinge einen Kopf zu machen. Bei mir ist es teilweise so, dass ich alles Mögliche in kürzester Zeit in mich hinein schaufele, einfach um nicht zu verhungern 🙂 . Zeit für einen ausgewogenen Ernährungsplan bleibt in den ersten Monaten definitiv nicht. Und auch der Sport kommt zu kurz. Und das, obwohl ich ein echter Sport Freak bin, sogar in der Schwangerschaft bis zum Schluss sehr aktiv war. Aber die Zeit bleibt einfach nicht. Also renne ich in ein paar freien Minuten einfach mal die Treppe hoch und runter oder mache Ausfallschritte beim Spazieren gehen, am Kinderwagen. Und das nicht für einen Bikini Body, sondern aus meinem Bedürfnis nach Sport 😉

3. Stillen…
Ein heikles Thema. Warum? Weil man bei diesem Thema, als Mutter bestimmt am meisten einstecken muss. Denn egal wie Frau es mit dem Stillen handhabt, es ist falsch. Stillt man nicht, heißt es dass man sein Kind nicht genug liebt. Ohne natürlich die Hintergründe zu wissen. Stillt man voll, soll man es aber bloß so machen, dass es keiner sieht. Plötzlich drehen sich alle um, um nicht in deine „Privatsphäre“ einzugreifen. Im Restaurant wirst du aber umso mehr mit Entsetzen angesehen, denn stillen sollte man am besten nur zuhause. Was zur Folge hätte, dass man gar nicht mehr raus kommt. Da fragt man sich wirklich, was in unserer Gesellschaft falsch läuft. Es ist ja wohl das natürlichste der Welt, sein Kind zu stillen, oder sehe ich das falsch? Mal ganz davon abgesehen, das man ständig Dinge hört wie: „Du, ich glaube dein Kind kriegt nicht genug Milch, vielleicht solltest du lieber zu füttern“ oder „Dein Kind ist aber sehr propper, du stillst bestimmt zu oft“ oder auch sehr beliebt „Wie du trinkst Wein. Ich dachte du stillst noch?“ Blablabla… wisst ihr was. Ich sag es einfach mal ganz direkt: Es nervt. Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten bitte. Danke.

Ich könnte noch 1000 weitere Dinge aufzählen, die mir tagtäglich um die Ohren fliegen. Aber das würde definitiv den Rahmen dieses Beitrags sprengen, und zudem zu viel Zeit in Anspruch nehmen, die ich wie bereits ein paar Mal erwähnt, momentan nicht habe 😉

Deshalb lasse ich es nun erstmals so stehen und hoffe ich konnte euch Mamis da draußen etwas den Druck nehmen, „perfekt“ zu sein. Und den netten Menschen, die gerne mal Ratschläge verteilen, klar machen, dass man ab und zu einfach mal etwas unkommentiert lassen sollte.

Ich wünsche euch ein schönes Osterfest. Verbringt die Zeit mit euren Lieben.

 

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