Bewusstsein Feminismus

ROLLENBILDER

Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus…

Ein beliebter Buchtitel, wenn es darum geht, wie unterschiedlich Männer und Frauen angeblich sind.
Und was fällt uns direkt auf? Na klar, wir Frauen sind von der Venus. Woher denn auch sonst… Denn Venus ist nicht nur ein Planet in unserem Sonnensystem. Venus ist auch ein uns allen bekannter Name aus der römischen Mythologie. Venus war, ich zitiere „Die römische Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit“

Mehr Klischee in einem Satz ist gar nicht möglich. Denn auch der Mann kommt nicht umsonst vom Mars. Denn Mars war der Kriegsgott, aus der antiken italienischen Religion.

Wir halten fest: die Frau ist ein schönes, erotisches Lustobjekt. Und der Mann der starke Kriegsheld.

Und genau an dieser Sichtweise hält unsere Gesellschaft noch immer fest. Und genau solche Klischees führen dazu, dass wir uns nicht frei entfalten können. Männer dürfen keine Gefühle zeigen und Frauen können wiederum nicht stark sein, ohne dass ihnen ihre Weiblichkeit abgesprochen wird.

Aber schaden diese Rollenbilder uns nicht mehr, als das sie uns nützen?

Meiner Meinung nach, definitiv JA. Sie schaden uns, und prägen damit sogar noch die Grundeinstellung unserer Kinder.

Selbst mein 4-jähriger Sohn definiert ein Mädchen bereits anhand von langen Haaren und Kleidern oder Röcken. Und wählt bewusst beim gemeinsamen Spielen eine Spielfigur in Blau. Da stellt sich mir die Frage, warum wir solche banalen Dinge, wie Farben oder Frisuren für ein bestimmtes Geschlecht festlegen? Wisst ihr eigentlich wie schwer es ist ein rosa T-Shirt für einen Jungen zu finden? Das kann doch wohl echt nicht sein oder? Dabei versuche ich bewusst Kleidung und Co nicht anhand von typischen Jungen/Mädchen Farben auszuwählen.

Warum sollte ein Junge nicht Reiten oder Tanzen als Hobby wählen können, ohne dabei von seinen Freunden im Kindergarten oder in der Schule verspottet zu werden? Warum sollte ein Mädchen kein kurzes Haar tragen und lieber mit Autos, anstatt mit Barbie Puppen spielen? Warum sind wir so fixiert auf eine Differenzierung unserer Kinder?

Klischees machen uns das Leben nur schwer.

Typische Frauen Klischees:
Eine perfekte Frau sollte auf jeden Fall eine gute Hausfrau und Mutter sein. Kochen können, den Haushalt führen und die Kinder erziehen. Optimaler Weise sollte sie aber auch Karriere machen, und ihr eigenes Geld verdienen. Sie darf ihre Kinder aber nicht wegen dem Job vernachlässigen, sonst ist sie eine Rabenmutter. Entscheidet sie sich zuhause zu bleiben, anstatt wieder arbeiten zu gehen, ist sie faul und will nichts in ihrem Leben erreichen. Selbstverständlich muss sie trotzdem stets gut aussehen. Auch wenn sie Mutter ist, sollte sie eine gute Figur haben. Denn wenn sie ihr Äußeres vernachlässigt, ist sie schmuddelig und kommt mit ihrem Leben nicht klar. Achtet sie aber zu sehr auf ihr Äußeres, wird darüber spekuliert, dass sie ihre Kinder vernachlässigt. Also ist sie wieder eine Rabenmutter…

Typische Männer Klischees:
Der Mann muss in einer Partnerschaft das Geld nachhause bringen. Er ist schließlich der Ernährer der Familie. Wenn er sich dafür entscheidet, die Kindererziehung und den Haushalt zu übernehmen, ist er ein Weichei. Wenn er seiner Frau viel Freiraum gibt und wegen der Familie den einen oder anderen Männerabend absagt, ist er ein Pantoffelheld. Wenn er hingegen zu oft mit seinen Freunden ausgeht, ist er ein schlechter Ehemann oder sogar ein Macho. Arbeitet er zu viel, wir ihm vorgeworfen kein Interesse an seiner Familie zu haben. Arbeitet er dagegen zu wenig, ist er wieder ein fauler Nichtsnutz, der seine Familie nicht ernähren kann.

Ja, selbst ich als bekennende Feministin muss zugeben, Männer haben auch kein leichtes Leben 😉

Aber WARUM? Warum machen wir uns das Leben so viel schwerer, als es eigentlich ist? Warum können wir die alten Klischees nicht endlich los lassen? Damit würden wir automatisch toleranter werden. Vorurteile gegenüber anderen Menschen würden weniger werden. Vielleicht sogar komplett verschwinden.

Aber es wird langsam!

Gerade die junge Generation unserer Gesellschaft ist auf einem denkbar guten Weg. Gerade im Social Media Bereich passiert zurzeit sehr viel. Die Frauenbewegung wird wieder aktiver, die Akzeptanz gegenüber Homosexuellen und Transsexuellen wird größer, und auch die Frage nach Hautfarbe und Nationalität nimmt ab. Ich finde es bemerkenswert, wie Menschen überall auf der Welt sich dafür stark machen, dass Rollenbilder, Rassismus und Intoleranz endlich aus unseren Köpfen verschwinden.

Okay, aber was kann ich persönlich tun?

Es reicht nicht, seine Gedanken langsam davon zu lösen. Wir müssen aktiv werden und unsere Gedanken auch umzusetzen. Sprich, DAS was wir kennen, los lassen. Und mit den Vorstellungen, mit denen wir aufgewachsen sind, aufräumen. Leider ist genau das einfacher gesagt, als getan. Allen voran deshalb, weil wir viele Dinge unbewusst tun. Zudem kommt, dass vor allem die ältere Generation oftmals größere Schwierigkeiten damit hat, sich von alten Gewohnheiten zu verabschieden. Deshalb müssen wir damit rechnen, dass sogar in unserem Familienkreis nicht alle so tolerant und offen für eine neue Gesellschaft sind. Trotzdem sollten wir versuchen uns bewusst zu machen, dass es nur dann besser wird, wenn wir uns ändern. Wenn wir uns öffnen für andere Religionen, andere Bräuche und generelle Veränderungen.

Neues und Fremdes wirkt zunächst immer einschüchternd. Das kennen wir aus dem Alltag. Wir entscheiden unbewusst innerhalb weniger Minuten, ob uns ein unbekannter Mensch sympathisch ist. Dies geschieht anhand von bekannten Mustern und erlernten Gegebenheiten. Wenn wir die Person dann aber trotz erster Differenz besser kennen lernen, merken wir schnell, wie falsch unser erster Eindruck sein kann. Oftmals verbauen wir uns nur anhand unserer Vorurteile, eine sehr gute Bekanntschaft, die sich hätte entwickeln können.

In diesem Sinne. Ich hoffe, dass wir irgendwann in der Lage sein werden, unser Leben einfacher zu gestalten. Ohne Rollenbilder und Vorurteile. Eure,

 

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