Body Talk

FITNESS & ANDERE SORGEN

Heute möchte ich euch von meiner Erfahrung mit Sport und Fitness erzählen.

Ich liebe Sport. Sobald ich es vernachlässige regelmäßig Sport zu treiben werde ich träge und fühle mich schlapp.

Das war aber nicht immer so. Denn früher lebte ich ganz nach dem Motto „Sport ist Mord“. Was eventuell daran liegen könnte, dass ich bereits in der Grundschule eine tiefe Abneigung gegen jegliche Form von sportlichem Wettkampf entwickelte. Ich hasste es mich mit jemandem messen zu müssen. Keine Ahnung warum, aber es war so. Und aus diesem Grund habe ich es Jahre lang vermieden mich sportlich zu betätigen. Meine Anti Sport Einstellung resultiert zusätzlich davon, dass ich als Kind in allen möglichen Sportmannschaften vertreten war. Angefangen vom Volleyball bis hin zur Rhythmischen Sportgymnastik… Und mein Spaß an diesen Aktivitäten hielt sich sehr in Grenzen.

Die Liebe zum Sport begann

Das ändere sich erst, als ich mit 23 Jahren meinen Sohn bekam. Ich begann damit laufen zu gehen und leichte körperliche Übungen zuhause zu machen. Und es dauerte nicht lange, bis ich den Sport ganz neu für mich entdeckt habe. Ohne Wettkampf oder Zwang Funktion. Ich merkte sehr schnell, wie gut es mir tat, Sport zu machen, und wie viel Leistungsfähiger ich dadurch wurde. Ein positiver Nebeneffekt war, dass meine Figur definierter wurde.

Der Wendepunkt

Ich bin ein Mensch, der sich sehr schnell in eine Sache hereinsteigern kann. Dies kann sich sowohl Positiv, als auch Negativ äußern. Denn ich fing an (gegen meine Prinzipien), mich und meinen Körper zu vergleichen. Und natürlich nicht mit irgendwem. Sondern direkt mal mit den Fitness Models bei Instagram. Gegen deren Form hatte ich natürlich nicht die geringste Chance. Und ab da an begannen vier lange Jahre körperlicher Zweckentfremdung. Dies äußerte sich insbesondere dadurch, dass ich meine ganze Freizeit in Kraftsport steckte, und mein ganzes Geld in Fitnessutensilien und Nahrungsergänzungsmittel. Und obwohl ich meinen „Idolen“ körperlich immer ähnlicher wurde, wurde ich immer unglücklicher.

Warum? Weil ich mich komplett verloren hatte. Ich stand vor dem Spiegel und fand immer wieder etwas an mir, was noch optimiert werden musste.

Anstelle vom anfänglichen Spaß am Fitness, war es ein regelrechter Drang nach körperlicher Perfektion geworden. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich eine ganz schlimme Perfektionistin bin. Ich kann nachts nicht einschlafen, wenn ich mit einem Grafik Projekt von der Arbeit oder dem Studium nicht zu 100% zufrieden bin. Und so wurde ich Fitness Fanatisch. Was rein gar nichts mehr mit positiver Energie und Glücksgefühlen zu tun hatte. Es war eher ein Ziel, welches ich erreichen musste, um mir selbst etwas zu beweisen. Das Problem daran war nur, dass dieses Projekt „Körper“ kein Ziel haben konnte. Nur war mir das lange Zeit nicht klar gewesen.

Alles auf Anfang

Alles änderte sich, als ich plötzlich aus privaten Gründen überhaupt keine Freizeit mehr hatte. Wirklich keine Minute. Und ein gutes Jahr lang kam ich nur sporadisch dazu Sport zu treiben. Und klar sah man es meinem Körper an. Denn wenn man vier Jahre lang fast täglich Kraftsport (und zwar nicht mit rosa Plüsch-Hanteln ;-)) betreibt, und plötzlich nur noch alle 2 Wochen, dann sieht man es dem Körper unweigerlich an.

Aber was soll ich sagen. In dem Moment war es das Beste was mir passieren konnte. Es war eine Art Zwangsentzug aus der geistlichen Selbstverstümmelung.

Zurück zum Anfang

Ich fing an mich und meinen Körper mit anderen Augen zu sehen. Ich hörte auf mich mit absurden Photoshop Fitness Chicks zu vergleichen. Ich begann mich selbst zu sehen. Ich fing an Yoga zu machen, um entspannter zu werden.

Und jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich meinem Körper zusätzlich zum Yoga wieder ein bisschen Fitness gönnen möchte. Aber aus ganz anderen Gründen, als Früher.

Ich möchte mich fit fühlen und den Sport wieder genießen. So wie ganz am Anfang. Ohne aufgezwungene Wettkampf Gedanken. Und ich freue mich schon riesig auf den Sommer. Und zwar ohne den Gedanken zu haben, dass ich meine Figur Bikinitauglich machen muss. Ich fühle mich so wohl wie nie zuvor in meiner Haut.

Es passiert sehr schnell, dass man sich selbst in eine Rolle hinein drängt, in der man sich gar nicht wohl fühlt. Die Kunst ist es nur, sich wieder geschickt daraus hinaus zu winden und neue Wege zu finden. Manchmal dauert es eben etwas länger, bis man seine wahre Rolle im Leben gefunden hat. Aber wenn man es geschafft hat, ist dieses Gefühl unbeschreiblich.

In diesem Sinne,

“Be everything what you want to be” ,egal was andere davon halten!

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