Bewusstsein Feminismus

THE F-WORD

Ja, ich bin eine Frau und glaube an Gleichberechtigung. Aber bin ich deswegen eine Feministin?

Meine klare Meinung dazu heißt JA. Aber warum? Was bedeutet Feminismus überhaupt? Und warum haben die meisten Mädchen und Frauen heutzutage keinen Bezug mehr dazu?
Noch schlimmer, viele distanzieren sich vom Wort „Feminismus“. Es ist uncool eine Feministin zu sein. Warum? Das wissen sie selbst nicht so recht.

Was sagt den unser Freund Wikipedia dazu? (Link dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus)

Feminismus ist, ich zitiere: >>(abgeleitet von lateinisch femina Frau und -ismus über französisch féminisme)[1] bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt.[2] Daneben verweist Feminismus auf politische Theorien, die – über einzelne Anliegen hinaus – die Gesamtheit gesellschaftlicher Verhältnisse, einen grundlegenden Wandel der sozialen und symbolischen Ordnung und der Geschlechterverhältnisse im Blick haben. Gleichzeitig erlauben sie Deutungen und Argumente zur Gesellschaftskritik.[3]<<

Ich erlaube mir mal es in eigene Worte zu fassen: „Feminismus ist für mich die Gleichberechtigung und Freiheit, sowie die körperliche Selbstbestimmung eines jeden Menschen, unabhängig von dessen Geschlecht.“

Glaubst du auch daran? Herzlich Willkommen, du bist eine Feministin! 🙂

Leider ist es so, dass man (zu mindestens zu meiner Schulzeit) nicht viel vom Feminismus mitkriegt. Noch recht bekannt ist die Tatsache, dass Frauen in Deutschland erst seit 1918 das Wahlrecht haben. Aber was kaum noch jemand weiß ist, dass die Frauen in den Jahren davor die rechtliche Stellung eines unmündigen Kindes hatten. Ehefrauen waren zum Gehorsam verpflichtet, und hatten noch nicht einmal die Verfügungsgewalt über ihre eigenen Kinder. Sie hatten außerdem kein Recht auf Eigentum, und durften nicht über ihr eigens verdientes Geld verfügen. Und das ist nur ein kleiner Einblick in die Geschichte der Frauen.

Wenn man mal darüber nachdenkt, dass dies noch kein Jahrhundert her ist. Und sich trotzdem Frauen und Mädchen da draußen gewissenhaft vom Feminismus distanzieren, frage ich mich wtf WARUM?

Okay, ich versuche mal mir diese Frage selbst zu beantworten. Was ist da los?

1. Feminismus hat ein denkbar schlechtes Image.
Die Vorurteile gegen Feminismus sind der Knaller… „Alle Feministinnen sind: hässlich, lesbisch, aufgebracht und nicht zu vergessen MÄNNERHASSERINNEN“

Da kann ich euch beruhigen, ich laufe nicht permanent schlecht gelaunt und aufgebracht durch die Gegend, noch hasse ich Männer. Ich bin sogar mit einem Mann verheiratet. Und ich hasse ihn auch nicht … also meistens jedenfalls 😉 Dementsprechend bin ich auch nicht lesbisch. Und ich finde auch nicht das ich hässlich bin, obwohl ihr euch darüber gerne eure eigene Meinung bilden dürft 😉

2. Feminismus ist Alice Schwarzer.
Es ist in jeder Bewegung so. Am ehesten im Gedächtnis bleiben die Personen, die am meisten aufgefallen sind. Ob nun positiv oder negativ, bleibt dahin gestellt. Jedoch heißt es nicht, dass alle Anhänger einer Bewegung die gleichen Meinungen teilen müssen. Gerade im Feminismus gibt es zwischen den einzelnen Feministinnen sehr verschiedene Einstellungen. Doch sind sich alle darüber einig, dass Männlein und Weiblein gleichberechtigt sein sollen.

3. Das fehlende Know How.
Dies ist einer der wichtigsten Punkte, bei Ablehnung gegen den Feminismus. Man weiß nichts darüber, hat aber auch irgendwie keine Lust sich mit dem Thema zu beschäftigen. Warum auch, es geht uns doch eigentlich gut soweit. Das Generationen von Frauen sich genau dafür eingesetzt haben, oftmals sogar mit ihrem Leben dafür bezahlen mussten, vergessen wir dabei oft. Ladys, macht euch vertraut mit diesem Thema und bildet euch dann eure eigene Meinung dazu. Ihr werdet es garantiert nicht bereuen.

4. Wir brauchen keinen Feminismus, wir sind doch jetzt Gleichberechtigt.
Aber sind wir das wirklich? Mal ganz davon abgesehen, dass Frauen noch immer weniger verdienen, als Männer. Warum müssen wir immer darauf achten, was man in der Öffentlichkeit von uns denkt? Wenn man mal in Jogginghose und ungeschminkt sein Kind zur Schule bringt, wird darüber gemunkelt, ob man eventuell mit seinem Leben überfordert ist. Macht man sich zu sehr zurecht oder trägt zu freizügige Sachen, wird man als Schlampe betitelt… Also nochmal…brauchen wir wirklich keinen Feminismus?

Ich fasse noch einmal zusammen. Für mich ist Feminismus: Gleichberechtigung, Unvoreingenommenheit, Selbstakzeptanz und Toleranz auf allen Ebenen.
Frauen und Männer sollten alle Klischees endlich einmal ablegen, und das tun, was sie möchten und was ihnen gut tut.

Auch Männer können Feministen sein. Und damit spreche ich keinem seine „Männlichkeit“ ab. Denn ein Mann ist immer „Männlich“ egal was er tut oder wie er sich verhält. Allein schon aus biologischen Gründen. 😉 Ich denke dass auch viele Männer die Nase voll haben, von den typischen Rollenbildern eines „echten“ Mannes. Wie beispielsweise alleiniger Versorger der Familie zu sein. Oder nach der Arbeit in die Muckibude rennen zu müssen, anstatt mit seinen Kindern zu spielen.

 

Hier habe ich noch ein paar Links zu Büchern zusammen getragen, welche mir dabei geholfen haben, meine eigene Meinung zum Feminismus zu bilden:

  • Fleischmarkt, von Laurie Penny -> Link dazu
  • Der Mythos Schönheit, von Naomi Wolf -> Link dazu
  • Stand Up, von Julia Korbik -> Link dazu
  • Die Geschichte der Frauenbewegung, von Michaela Karl -> Link dazu

Alle Bücher sind meiner Meinung nach sehr verständlich geschrieben und geben einen sehr guten ersten Eindruck in das Thema. Ich würde mich aber auch über Literatur Tips von euch freuen. 🙂

Das Zeichen der Frau, welchem man im Feminismus öfter über den Weg läuft, ist bei mir Türkis. Aus dem einfachen Grund, weil ich nicht der Ansicht bin, dass die Farbe Rosa Weiblich ist. Und weil Türkis meine absolute Lieblingsfarbe ist, und sich durch meinen gesamten Block zieht. Quasi wie ein türkiser Faden. 😉

 

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