Bewusstsein

FALSCHER STOLZ

Sture Menschen sind anstrengend…

Ich muss es wissen, denn ich bin umgeben von ihnen. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich zahlreiche (natürlich ganz liebe) Sturköpfe um mich herum habe. Und das obwohl ich selbst weder stur noch nachtragend bin. Wo wir auch wieder beim Polaritätsgesetz (Gegensatzgesetz) wären 🙂 Aber darum soll es heute nicht gehen.

Es geht vielmehr darum, dass wir uns oftmals mit unserer Sturheit und falschem Stolz viele Dinge im Leben verbauen.

Und damit meine ich nicht, dass man immer klein beigeben und sich fügen sollte. Ganz und gar nicht. Wir sollten unsere Meinung laut kundgeben. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass wir nicht die einzigen sind, die eine Meinung haben. Sturheit hat oft etwas mit Intoleranz zu tun. Wir verstehen nicht, wie ein anderer Mensch eine so gegenteilige Meinung haben kann. Und können oder wollen es nicht akzeptieren. Doch dies ist grundsätzlich der falsche Weg. Denn ich kann nicht erwarten, dass mein Gegenüber meine Meinung annimmt, oder wenigstens toleriert, wenn ich nicht in der Lage bin, selbst solch ein Verhalten zu zeigen.

Ich persönlich empfinde es als respektlos, wenn mich eine Person ihre Sturheit spüren lässt. In Form von abblocken oder nicht mit mir sprechen. Wir Menschen müssen miteinander kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden. Solche Missverständnisse entstehen nicht nur wegen falscher Kommunikation. Sie entstehen meist schlichtweg wegen unzureichender Kommunikation. Die Gründe sind meist banal. Ich möchte es mal anhand eines Beispiels erläutern. Ich bin in einer Partnerschaft und streite mich mit meinem Partner darüber, dass er mir nicht im Haushalt hilft. Ich schreie ihn an, werde verbal und vermiese ihm und mir dadurch die Laune. Er lässt sich das nicht bieten und kontert ebenso unvernünftig zurück. Am Ende ist nichts gewonnen. Wir reden nicht mehr mit einander. Ich habe nichts erreicht in Bezug auf die Hausarbeit. Denn nun hat er noch weniger Lust mir zu helfen. Und zusätzlich herrscht dicke Luft.

Was nun?

Wenn einer der Partner stur ist, kann es passieren, dass das Paar nun längere Zeit nicht mit einander spricht. Weil keiner seinen Fehler einsehen will. Stattdessen baden beide Parteien in Selbstmitleid und geben dem jeweils anderen die Schuld. Irgendwann, nach Stunden, oder auch Tagen 🙂 gibt der weniger Sture von den Beiden, nach. Nicht weil er oder sie auf einmal denkt, unrecht gehabt zu haben. Nein… Einfach weil es irgendwann nervt. Oder vielleicht ein gemeinsamer Termin bevorsteht, der gerne wahrgenommen werden will.

Nun ist der Streit vorerst auf Eis gelegt. Aber nur solange, bis das Thema wieder aufkommt. Denn die Einstellungen beider Parteien sind grundlegend falsch. Und auf Dauer kann Sturheit und falscher Stolz sehr gefährlich werden für eine Partnerschaft.

Dies hat viele Gründe. Zum einen bleiben viele Dinge letztendlich ungesagt, wegen dem Stolz. „Jetzt habe ich keine Lust ihm zu erklären, warum ich gerade angepisst bin. Er versteht es sowieso nicht.“ Wir machen dicht. Denken der andere würde es sowieso nicht begreifen, oder am besten solle er doch selbst drauf kommen, woran es lag. Dabei vergessen wir, dass wir alle grundverschieden sind. Wir alle denken und handeln unterschiedlich. Nicht weil wir Frau und Mann sind. Nein, weil wir individuelle Menschen sind. Woher soll denn dein Gegenüber wissen, was mit dir los ist, wenn du es ihm/ihr nicht sagst?

Es ist so einfach das es schon wieder schwierig ist 🙂

1. Reden Reden Reden.
Wir wollen dass unser Partner uns kennt. Weiß wie wir ticken, und weiß warum wir gerade beleidigt sind. Wenn unser Partner aber nicht gerade Uri Geller ist, wird sich dieses Wunschdenken wohl eher schwer gestalten. Da hilft nur eins: REDEN! Sag deinem Partner was los ist. Und am besten in Zimmerlautstärke 🙂

2. Gib einfach mal nach.
Falscher Stolz kann dir das Genick brechen. Und das meine ich wirklich so. Denn meistens bereuen wir es im Nachhinein, dass wir zu Stolz waren, etwas zuzugeben. Oder auch einfach mal nachzugeben, um die ganze Phase des Streiten bis hin zum Schmollen zu verkürzen. Es tut auch nicht weh, versprochen. Ganz im Gegenteil, die Situation wir aufgelockert. Dein Partner wird sich freuen, über deine Reaktion. Und das nächste Mal gibt er/sie sogar vielleicht nach.

3. Lass es nicht dazu kommen.
Dies ist definitiv der einfachste Weg. Denn Vorsorge ist bekanntlich besser als Nachsorge 🙂 Damit meine ich, dass du bei einem sich anbahnenden Streit direkt die Notbremse ziehst. Wie? Ganz einfach. Wenn dein Gegenüber dich mit Vorwürfen bombardiert, bleibst du ruhig. Vielleicht versuchst du einzulenken. Fragst nach dem Warum? Anstatt die Vorwürfe direkt von dir zu weisen, fragst du „Wieso hast du diesen Eindruck von mir?“ Damit entschärfst du die Situation direkt. Dein Gegenüber merkt, dass du seine Meinung ernst nimmst. Meistens folgt darauf eine wirkliche Aussprache. Das „Problem“ wird direkt aus der Welt gebracht.

Klar wird es dir nicht von einem auf den anderen Tag gelingen, jede Situation perfekt und ohne Stress zu meistern. Noch dazu wenn du ein Sturkopf bist 🙂 Aber jeder noch so sture Mensch kann lernen, mit seinem Stolz umzugehen. Denn Stolz ist durchaus wichtig, er bewahrt uns davor, von falschen Menschen, ausgenutzt zu werden. Aber wir sollten ihn nie über eine uns wichtige Beziehung stellen. Denn dein falscher Stolz wird dir später nichts nutzen, wenn du alleine mit ihm zurück bleibst 😉

Think about it, eure

 

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