Lifestyle

BEZIEHUNGS CHAOS

Wer hat denn nun die Hosen in einer Beziehung an?

Ist es noch ganz der alten Rollenbildung getreu der Mann, oder ist es die moderne Frau von heute?

Ach ja, dieser ewige Beziehungswirrwarr… Wir wollen doch alle nur eins. Geliebt werden… Und zwar bedingungslos, aber natürlich ohne Einschränkungen. Wir sind ja schließlich auch weiterhin ein freier Mensch. Oder?

Okay, ich muss zugeben, in der ersten Zeit, des „Verliebt seins“ hängen die meisten Paare wie Kaugummi aneinander. Man hat einfach ständig das Verlangen danach, den anderen zu sehen und verbringt am liebsten seine ganze Freizeit zusammen. Die rosarote Brille sitzt noch perfekt, und man denkt, man habe den perfekten Partner fürs Leben gefunden.

Doch leider hat diese erste Phase oft schneller ein Ende, als einem lieb ist. Meist ist es so, dass der eine Partner sich vom anderen nach einer gewissen Zeit etwas bedrängt fühlt. Denn ist einer der beiden noch voll und ganz in der „Schmetterlinge hoch 10 im Bauch“ Phase, beginnt beim anderen bereits Phase 2, die „Langeweile“. Sprich, es nervt langsam aber sicher, seine kostbare Zeit immer nur mit der einen Person zu verbringen. Man will auch mal wieder etwas alleine mit seinen Freunden unternehmen, oder einfach einmal abschalten voneinander. Dieses Verhalten löst dann meist eine große Verlustangst beim vernachlässigten Partner aus. Man fühlt sich verstoßen und nicht mehr geliebt.

Denn es ist doch meistens so in einer Partnerschaft, einer klettet und der andere will seine Freiheit.

Das ist auch der Grund warum viele Paare sich bereits in Phase 2 trennen. Denn man denkt, dass es einfach nicht passt. Dabei ist es noch viel zu früh dies überhaupt einschätzen zu können. Denn die Verliebtheitsphase geht auch bei der „Klette“ irgendwann flöten. Und genau dann kann Phase 3 starten, das „Antasten“. Erst jetzt sehen wir den Partner wieder mit klaren Augen. Zwar nehmen wir noch immer die positiven Dinge an einander wahr, jedoch merken wir nun auch, dass jeder Mensch auch Fehler hat. Und genau in dieser Phase müssen wir beurteilen, ob wir auch mit den Schwächen des Partners umgehen können. Im besten Fall ergänzen wir uns. Doch dieser Prozess dauert seine Zeit.

Nun gebe ich voll und ganz zu, dass ich in meiner Beziehung definitiv die „Klette“ bin 🙂 Das heißt aber nicht, dass ich generell gerne klette, oder an meinem Partner klebe. Das ist meine erste Beziehung, in der es so rum ist. Davor war es immer eher umgekehrt. Wobei ich mich in dieser Rolle wohler fühle, als wenn jemand an mir klebt 🙂 Denn dann bin ich der Typ Mensch, der gerne schnell die Flucht ergreift. Aber egal in welcher Rolle ich mich befinde, ich muss lernen damit umzugehen.

Eine zusätzliche Belastung stellt die Frage dar, „Wer hat eigentlich in unserer Beziehung die Hosen an?“

Wieso muss einer der Partner überhaupt die „Hosen“ anhaben. Warum kann man nicht einfach auf einer Ebene stehen? Liegt es noch immer an den Rollenklischees? Oder möchte man einfach nur Macht auf den Partner ausüben? Beides für mich krasse No Go´s.

Ich hatte vor kurzem ein sehr interessantes und gleichzeitig für mich unfassbar schockierendes Gespräch mit einem Mädchen aus Russland. Sie behauptete doch tatsächlich, dass man drüben der Ansicht sei, der Mann wäre von Natur aus das intelligentere Wesen. Die Frau müsse zwar auch eine gewisse Intelligenz besitzen, aber nur in Bezug dazu, wie sie sich den perfekten Mann angeln kann und danach halten.

Einen Mann halten? OMG…

Aber das war noch nicht alles, auf meine Frage hin, wie ich denn einen Mann „halten“ müsse, kam wie aus der Pistole geschossen. „Na mit gutem Aussehen, mit was denn sonst?“
Ehm ja okay ….. Soviel dazu. Der Mann ist der intelligente Geldsack und die Frau sein schönes Accessoire. Oh wie schön, dass ich in Deutschland lebe, war mein erster Gedanke dazu XD

Aber ich schweife ab…

Denn meiner Meinung nach, sollte weder Mann noch Frau in einer Beziehung die Hauptperson sein. Nicht umsonst heißt es „Partnerschaft“. Man ist gegenseitiger Partner. Gleichberechtig, gleichwertig und spielt eine gemeinsame Rolle. Natürlich gibt es naturgegebene Eigenschaftenn, die uns voneinander unterscheiden. Aber diese sollten uns weder dazu bringen, dominieren zu wollen, noch uns unterordnen zu lassen. Stattdessen sollten wir unsere Stärken und Schwächen dazu nutzen uns gegenseitig zu ergänzen.

Ich bin der Ansicht, es gibt keine „perfekte“ Beziehung. Ebenso wenig wie es den „perfekten“ Partner für uns gibt. Aber, es gibt Menschen, mit denen wir mehr harmonieren als mit anderen. Um eine für beide Partner angenehme Beziehung führen zu können muss man bereit sein, Kompromisse zu finden, und auch einmal den eigenen Stolz für den Partner zu überwinden. Ebenso wichtig sind Ehrlichkeit und Loyalität. Wenn man nicht darauf aus ist, eine „Zweckgemeinschaft“ zu führen, sollte man breit sein genauso viel zu geben, wie zu nehmen.

Ein Patentrezept für eine gute Beziehung gibt es nicht und ein wenig Beziehungs Chaos bringt doch erst die richtige Würze in jede Partnerschaft. Von daher, lasst euch auf einander ein, gebt nicht beim ersten Fehler des anderen auf, und seid offen für Neues. Dann werdet ihr gar nicht erst das Verlangen dazu haben, die Hosen anhaben zu müssen 😉

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.