Bewusstsein

BEWUSSTSEIN II

Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich mich in der Lage gesehen habe wieder einen Blog zu schreiben. Das hat zum einem damit zu tun, dass ich in den letzten Wochen viele Veränderungen und innerliche Erfahrungen durchlebt habe, die ich zunächst verarbeiten musste. Die teilweise so heftig waren, dass ich sie gar nicht einordnen konnte. Zum anderen wollte ich mir die Zeit nehmen, um die letzten zwei Jahre Revue passieren zu lassen.

Wie ihr ja wisst, habe ich einen mega Wandel durchlebt. Angefangen mit meiner Bachelorthesis Ende 2017, deren Thema mich so gefesselt hat, dass mein Bewusstsein sich komplett verändert hat.

Daraufhin habe ich mich geöffnet. Wurde toleranter und offener gegenüber anderen Menschen und Situationen. In klaren Worten ausgedrückt: Ich wurde mir darüber bewusst, dass ich unbewusst war. Und zwar 27 Jahre lang. Eine emotionslose Hülle, die nur aus der Vergangenheit oder Wunschdenken an die Zukunft bestand. Damit war mein Handeln stets unkontrolliert.

Blick in die Vergangenheit.

Jeder hat eine Vergangenheit. Ausnahmslos. Aber wie kann uns etwas so heftig in der Realität beeinflussen, was eigentlich schon längt vergangen ist? Schau dich um. Hat nicht fast jede Person in deinem Umfeld, inklusive dir ständig etwas an dem Hier und Jetzt auszusetzen?

Meine Finanzen könnten besser sein …Meine Eltern nerven mich …Ich bin ständig krank… Selbst morgens beim Bäcker hört man es schon, ebenso wie im Radio oder auf der Arbeit. Quasi ein kollektives Jammern und Leiden. Welches natürlich Gehör finden möchte. Warum geht es dir denn so schlecht meine Liebe..? Und dann geht’s los. Vom gestrigen Streit mit dem Partner, bis hin zur verpfuschten Kindheit ist alles dabei.

Wisst ihr wie lange ich gebraucht habe um zu kapieren, dass dieses ständige Selbstmitleid wegen Kamellen aus der Vergangenheit mir weder hilft noch für irgendwas gut ist. Fast 30 Jahre XD

Blick in die Zukunft.

Ängste sind menschlich. Und Menschen sind von Natur aus dazu veranlagt an Menschen oder Gegenständigen festzuhalten, an die sie sich gewöhnt haben. Ob diese Menschen oder Dinge ihnen gut tun ist dabei nebensächlich. Man gewöhnt sich an die Situation und daraus auszubrechen würde ja auch die eigene Komfortzone sprengen.

Was tun wir also? Wir denken das alles besser wird. Wir warten auf das nächste Wochenende. Wir freuen uns auf den nächsten Sommerurlaub. Wir leben in einer fiktiven Welt in der wir uns eine bessere Zukunft ausmalen. Die ja irgendwann kommen wird. Oder?

Ich würde mal behaupten noch schlimmer ist die Fiktion in Form von Zukunftsängsten. Was ist, wenn… etwas passiert. Sei es der Jobverlust, die Trennung von unserem Partner, oder sogar ein Flugzeugabsturz. Wir dringen so tief in Gedanken was passieren könnte, dass wir in einen völligen Realitätsverlust geraten.

Damit machen wir nicht nur uns das Leben schwer. Wir übertragen diese negative Energie auf unser Umfeld. Das wiederum bedeutet wir übernehmen keinerlei Verantwortung für unsere Handlungen. Wir übertragen die Verantwortung auf andere, oder entziehen uns ihr einfach komplett.

Sich dessen überhaupt bewusst zu werden ist schon ziemlich schwierig. Das Muster zu durchbrechen jedoch fast unmöglich. Ich sage fast… weil es mit sehr großem Bewusstsein eben doch für jeden zugänglich ist.

Doch wie lebe ich Bewusst? Wie lasse ich los?

1. Breche mit deiner Vergangenheit

Zunächst einmal musst du versuchen mit deinen Erlebnissen aus der Vergangenheit, die dir noch heute im Nacken sitzen, abzuschließen. Werde dir klar, dass das was dir Wiederfahren ist, vorbei ist. Es kann und soll dich nicht mehr belasten und sich dadurch negativ auf deine Entscheidungen im Jetzt auswirken.

2. Agiere und reagiere bewusst

Versuche bewusster zu werden. Das kann schon im kleinen Rahmen passieren. Indem du versuchst dich in eine andere Person hinein zu versetzen. Dazu musst du wissen, dass keine Person etwas tut, um dir zu schaden. Diese Person weiß es in diesem Moment einfach nicht besser. Sie agiert unbewusst. Wenn du dir dessen bewusst werden kannst, wirst du jede noch so schwierige Situation mit einer Leichtigkeit begegnen. Du wirst dich nicht mehr angegriffen oder bedroht fühlen. Du wirst es so hinnehmen, aber dennoch darauf regieren. Bewusst darauf reagieren.

3. Sei offen und emphatisch

Öffne dich. Wobei dies automatisch passiert sobald du anfängst bewusst zu leben. Du wirst eine Empathie spüren gegenüber allem. Sei es einem Menschen, einem Tier oder der Natur. Jegliche Wut, Hass, Eifersucht, Missgunst oder Vorurteile werden verschwinden. Du wirst allem und jedem gleich begegnen. Und du wirst sehen, du ziehst neue Menschen in dein Leben. Es öffnen sich scheinbar automatisch Türen und neue Wege. (Und das ist kein Witz, ich könnte euch da Sachen erzählen, die glaubt mir kein Mensch)

4. Lass die Zukunft in der Zukunft

Hör auf in der Zukunft zu leben. Ich kann dir versprechen deine Zukunft wird nie so aussehen, wie du sie dir gerade erträumst. Sie wird weder besser, noch schlechter. Aber sie wird garantiert nicht so wie du sie dir ausmalst. Deswegen hör auf deine Zeit damit zu verschwenden in der Zukunft zu leben. Lebe im Jetzt. Denke nicht daran was du morgen haben kannst oder auch nicht haben kannst. Was bringt es dir gerade jetzt in diesem Moment daran zu denken? Nichts.

Es gibt noch weitere Aspekte, die ich gar nicht angesprochen habe, weil es einfach diesen Blog gerade sprengen würde. Ich werde euch aber mit Sicherheit noch mehr darüber erzählen, wie genau ich es geschafft habe alles los zu lassen.

Und eins kann ich euch jetzt schon mal versprechen. Es fühlt sich gut an.

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