Body Talk

BAUSTELLE KÖRPER

Warum sind wir Frauen eigentlich so unzufrieden mit uns und unserem Körper?

Schon im Kindesalter müssen wir uns permanent damit auseinandersetzten, wie wir auf andere Menschen wirken. Dabei sollte man sich als Kind doch mit anderen Dingen beschäftigen, als mit seinem äußeren Erscheinungsbild, oder? Glaubt man einer Studie aus Großbritannien, so sind Kinder bereits im Alter von 8 Jahren unzufrieden mit ihrem Aussehen. Aber wie kann das sein?

Okay, es ist kein Geheimnis, dass die Medien, welche uns in jeglicher Form begegnen, mit Schuld an dieser Tatsache sind. Aber sind es wirklich nur die Medien?

Wir als Erwachsene und Eltern sollten unseren Kindern doch in erster Linie ein gesundes Selbstbewusstsein vermitteln. Stattdessen eifern wir selbst diesen absurden Schönheitsidealen nach. Aber das ist noch nicht einmal das Schlimmste daran. Es geht so weit, dass wir Menschen, die anders aussehen, oder nicht dem gesellschaftlichen Standard entsprechen, ignorieren oder noch schlimmer, diskriminieren.

Heutzutage haben alle Recht auf Freiheit. Wir haben die volle Selbstbestimmung über unseren Körper. Wir dürfen individuelle sein… Nein wir sollen sogar individuell sein. Aber sobald wir tatsächlich individuell sind, werden wir zum „Außenseiter“. Wie kann das sein?

Unser Körper ist eine ständige Baustelle

Es fängt bereits in der Grundschule an. Es bilden sich Gruppen, die „schwächere“ Kinder wegen Äußerlichkeiten ausgrenzen. Nach der Schule geht es weiter. Im TV oder sogar im eigenen Kinderzimmer sehen wir, wie wir aussehen sollen. War es früher Barbie, so ist es heute Prinzessin Elsa, die schlank und perfekt von überall her auf uns hinab blickt. Da ist es doch nicht verwunderlich, dass ein 8-jähriges Mädchen unbedingt schlank und schön sein will.

In der weiterführenden Schule wird es nicht besser. Dort kann man sich dann zusätzlich zu Körperlichkeiten, noch auf Markenklamotten reduzieren. Und anstatt sich darauf zu konzentrieren, was man aus seinem Leben machen möchte, fängt man an, eine Diät nach der anderen auszuprobieren, um endlich anerkannt und beliebt zu werden. Was meistens von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Schafft man es trotzdem, vergisst man sehr schnell, wie es war, gemobbt zu werden, und macht genau dasselbe mit anderen Menschen.

Und so geht es dann immer weiter. Im Beruf werden schöne Frauen bevorzugt. Das ist eine Tatsache, die wohl nicht von der Hand zu weisen ist. Und so investieren wir Tag ein, Tag aus, eine Unmengen an Zeit und Geld, um unseren Körper zu idealisieren. Denn unsere Gesellschaft besagt, dass wir erst dann glücklich sein können, wenn man es unserem Körper ansieht. Nur ein schlanker, sportlicher Körper gilt als Gesund. Sowie Schönheit als Mittel für Erfolg verkauft wird.

Und da sich eine komplette Gesellschaft ja nicht irren kann, schließen wir uns dem allem mit einem Kopfnicken an. Alles andere könnte ja Konsequenzen haben. Wir wollen ja nicht, dass unsere Kinder zu Außenseitern oder zu Opfern in der Schule werden. Also wird der paradoxe Körperkult bereits in der Kindheit gefördert.

Ich will mir nicht anmaßen zu behaupten, dass alle Menschen sich so verhalten. Denn die meisten Menschen haben ethische Vorsätze, nach denen sie versuchen zu leben. So wissen wir alle, dass Mobbing schlecht ist und das Reduzieren auf Äußerlichkeiten erst recht. Dennoch lassen wir uns, speziell durch „Gruppenzwang“ öfter dazu hinreißen, Dinge zu tun oder zu sagen, welche unseren moralischen Grundsätzen nicht entsprechen. Und das nur, weil wir Angst davor haben, selbst zum Opfer in einer verkorksten Gesellschaft zu werden.

Allmählich wird es Zeit zum Umdenken. Denn wie sollen wir und unsere Kinder in so einer Welt glücklich werden? Stets umgeben von Selbstzweifeln und irrealen Schönheitsidealen.

Und was passiert eigentlich, wenn wir unser Ziel erreicht haben?

Es geht weiter… Wenn wir mit viel Mühe einen „idealen“ Körper erreicht haben, können wir es trotzdem nicht auf sich beruhen lassen. Dann suchen wir nach neuen Baustellen. Wir geben Unmengen an Geld für angebliche Statussymbole aus, ich sag nur Louis Vuitton (Ja, ich habe auch Eine. Und weil ich nicht gerade für einen Ordentlichen Umgang mit meinen Sachen bekannt bin, verbringt sie die meiste Zeit im Schrank… WTF?)

Wenn gar nichts mehr geht, dann legen wir uns für unseren Traumkörper auch gerne mal unter´s Messer. Das gehört ja heutzutage zum guten Ton. In diesem Schönheitswahn merken wir gar nicht, dass von der erstrebenswerten „Individualität“ nicht mehr viel übrig geblieben ist. Am Ende sehen wir alle gleich aus. Bis der nächste Schönheitshype einsetzt. Dann fängt alles wieder von vorne an…

Was ich damit sagen will?

1. Lass dir nicht einreden, du müsstest abnehmen, zunehmen, trainieren etc. solange du dich selbst wohl fühlst in deiner Haut!

2. Scheiß auf die wannabe Models bei Instagram, die meisten können noch nicht einmal richtig mit Photoshop umgehen 😉

3. Kleide, schminke und gestalte dich so wie du willst! Es ist ganz alleine dein Body, und nur du entscheidest, was du mit ihm machst!

4. Verbringe mehr Zeit mit deinen Lieben, anstatt dir zu überlegen, was du als nächstes an dir ändern willst!

In diesem Sinne ihr Lieben, lasst euch nicht verbiegen von der Gesellschaft und lasst euch nicht blenden von sogennaten „Schönheitsidealen“.

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